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Nachruf

Wie wir erst Anfang dieser Woche erfuhren, ist Walter Neugebauer am 26.11.2017 im 87. Lebensjahr verstorben.

Geboren am 21.01.1930, hat Walter Neugebauer praktisch acht Jahrzehnte mit der - und für die - Zupfmusik gelebt und sich hier große Verdienste erworben. Von 1940 bis 1952 war er Mitglied des 1. Halleschen Mandolinenorchesters, von 1952 bis 1958 war er als Mandolinist im Staatlichen Gesangs- und Tanzensemble in Weimar engagiert.

Ab 1958 begann seine Lehrtätigkeit: Zunächst ein Lehrauftrag an der Volksmusikschule Prenzlau (Uckermark) in den Fächern Mandoline, Gitarre und Ensemblespiel, ab 1960 Unterricht an der Musikschule Berlin-Köpenick, deren stellvertretender Direktor er von 1964 bis 1995 war. Sein Studium an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin schloss er 1964 mit dem Staatsexamen für Mandoline und Gitarre ab. An dieser Hochschule lehrte er ab 1970 fast 25 Jahre lang (bis 1994) als Gastdozent im Fach Mandoline. Im gleichen Fach war er auch an der Humboldt-Universität Berlin als Gastdozent tätig. Außerdem war er maßgeblich beteiligt an der Erstellung eines Lehrplans für das Hauptfachstudium Mandoline in der DDR.

Seit 1967 bis ins Frühjahr 2007 leitete Walter Neugebauer das Zupforchester Köpenick, dem seit 1971 ein Jugendorchester und ein Zupfensemble (Doppelquartett) angehören. Mit diesen Klangkörpern errang er verschiedene Preise bei Wettbewerben im In- und Ausland. Konzertreisen führten seine Zupfer nach Polen, Ungarn, Tschechien, Rumänien, Spanien und Schweden sowie in die Schweiz.

Neben seiner Lehr- und Dirigententätigkeit musiziert er seit vielen Jahren im Berliner Zupfquintett gemeinsam mit Kollegen und Musikern der Deutschen Staatsoper Berlin. Er ist der Gründer und Leiter auch dieses Ensembles.

Zahlreiche Kompositionen - sowohl für Zupforchester als auch für Mandoline solo - wurden von Walter Neugebauer initiiert und unter seiner Leitung uraufgeführt. Seinem beharrlichen Drängen ist es auch im Wesentlichen zu verdanken, dass Ende der 80er-Jahre in der DDR mit den drei Bänden "Die Mandoline" endlich wieder Musik für dieses Instrument im Druck erschien.

Mit ihm und seinen Musikern entstanden über 400 Rundfunk-, Schallplatten- und Fernsehaufnahmen, überwiegend in der ehemaligen DDR. Außerdem wurde die LP "Köpenicker Suite" eingespielt. In den letzten Jahren entstanden die CDs "Balletto", "Hommage à Konrad Wölki" und "Zwischenspiele".

Doch nicht nur als Musiker, Lehrer und Dirigent machte Walter Neugebauer sich verdient. Als 1990 der BDZ der DDR gegründet wurde, engagierte er sich selbstverständlich in der Vorstandsarbeit. Und nach der Vereinigung war er jahrelang stellvertretender Präsident des BDZ-Landesverbandes Berlin.

/ Auszug aus dem Beitrag von Thekla Mattischek im Zupfmusik-Magazin 3/2007

Wir persönlich haben Walter Neugebauer als sehr zugewandten, hilfsbereiten, kollegialen und stets interessierten Menschen kennen und schätzen gelernt. So werden wir ihn in Erinnerung behalten.

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